Meine Lehrveranstaltungen an der Universität Hamburg

Soeben beendet

Sommersemester 2011:
Neue Forschungen zum Buruschaski
Freitags, 12.00 - 14.00, ESA-Ost Raum 118 (Edmund-Siemers-Allee 1, Asien-Afrika-Institut, eine Treppe hoch, dann links.)
Beginn: 8.4.2011
Veranstaltungsnummer: 57.207 (Iranistik), 4 LP
Das Buruschaski ist die einzige Sprache der islamischen Welt, die bis heute als language isolate gelten muß, d. h. Verwandtschaft mit anderen Sprachen konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Auch die Herkunft des Volkes ist ungeklärt. Sämtliche Forschungen zu dieser Sprache könnten zur Lösung dieses Rätsels in der Zukunft beitragen.
Zunächst wird eine Einführung gegeben. Sodann spechen wir die Indus-Schrift kurz an - diese etwa 4000 Jahre alte Schrift Pakistans ist bis heute unentziffert, und es fällt auf, wie geographisch nah sie dem Buruschaski-Sprachgebiet ist. Dann werden wir uns mit Methoden der Typologie und der internen Rekonstruktion mit dem Buruschaski auseinandersetzen.
Die Lehrveranstaltung ist weder eine Wiederholung noch eine Fortsetzung derjenigen im letzten SoSe, sondern folgt einem unabhängigen Weg.
Bei Fragen gerne eine e-mail schicken.

Frühere Lehrveranstaltungen

SoSe 1996:
Einführung in die Sprachtypologie
WiSe 1996 / 97:
Einführung in die Struktur des Albanischen
SoSe 1997:
Strukturalismus und Generativismus
WiSe 1997 / 98:
Sprachfamilien und Sprachverwandtschaft
SoSe 1998:
Schriften und Orthographien im heutigen Europa
WiSe 1998 / 99:
Die baltischen Sprachen
SoSe 1999:
Morphologie
WiSe 1999 / 2000:
Grammatische Phänomene in den Sprachen der Welt
SoSe 2000:
Klassifizierung von Sprachen: genealogisch, typologisch, areal
WiSe 2000 / 01:
Die eskimo-aleutischen Sprachen
SoSe 2001:
Lautverschiebungen
WiSe 2001 / 02:
Untergruppierung von Sprachfamilien
SoSe 2002:
Morphophonologie
WiSe 2002 / 03:
Typologie und Universalien
SoSe 2003:
Rekonstruktion
WiSe 2003 / 04:
Die nordamerikanischen Indianersprachen
WiSe 2004 / 05:
Einführung in die Sprachfamilien der Erde
WiSe 2005 / 06:
Die Sprachen der Kaukasusregion
WiSe 2006 / 07:
Orthographien: historisch, pseudohistorisch, defektiv usw.
SoSe 2007:
Genus - grammatisches Geschlecht
SoSe 2008:
Einführung in das Armenische
SoSe 2009:
Einführung in das Georgische
SoSe 2010:
Einführung in das Buruschaski

Im August / September 2009 war ich Gastwissenschaftler an der Linguistischen Universität Nizhnij Novgorod, Rußland; dort hielt ich weitere Lehrveranstaltungen.

Alter Ankündigungstext zu "Die Sprachen der Kaukasusregion":
Wenn man Sprachwissenschaft studiert, sollte man sich mit möglichst vielen Sprachen auseinandersetzen. Dabei ist es wichtig, daß darunter auch gerade Sprachen sind, die sich von den bekannteren westeuropäischen Sprachen unterscheiden. Zu diesem Zweck wird in diesem Seminar die für ihre Sprachenvielfalt berühmte Kaukasusregion ausgewählt. Wir setzen uns auseinander mit:
- Kartwelsprachen, z. B. Georgisch
- nachisch-dagestanischen Sprachen, z. B. Tschetschenisch
- abchasisch-adygeischen Sprachen, z. B. Abchasisch
- Armenisch, einer indogermanischen Sprache
- weiteren Sprachen der Region, z. B. Turksprachen, Ossetisch
Hieran wird besprochen: phonetische und grammatische Strukturen, Schriften, Sprachverwandtschaft usw.
Für einen Schein ist es nötig, ein Referat zu halten. Selbstverständlich kann man auch teilnehmen, ohne einen Schein zu machen.

Alter Ankündigungstext zu "Orthographien: historisch, pseudohistorisch, defektiv usw.":
Ziel des Seminars ist, anhand von Begriffen und Beispielen ein Grundwissen über Orthographien zu erwerben, das dabei hilft, über das Thema zu diskutieren.
Inhalt des Seminars:
1. Kurzer Überblick über Schrift / Schriften (als Voraussetzung für Orthographie): historische Entwicklung, Schriften der Welt, Bezug zu Religion usw.
2. Die drei in Gebrauch befindlichen Schriften Europas: Lateinisch, Griechisch, Kyrillisch, Bezug zur Wiedergabe der griechischen Fremdwörter im Deutschen
3. Orthographie: Grundbegriffe, Beispiele, vor allem aus Europa, praktische Anwendung
4. Orthographiereformen: Torheiten, Bezug zu unfreien politischen Systemen usw.
5. Orthographie- und Sprachnormierung: Norwegen, Rätoromanisch
plus nach Interesse der Teilnehmer weitere angrenzende Themen
Literatur:
Allgemeine Quelle zu Orthographien:
Wendt, Heinz F. (1961): Das Fischer-Lexikon Sprachen, S. 205 - 211
Zur deutschen Orthographie und ihrer historischen Entwicklung verstreut Informationen in:
- Schweikle, Günther (1986): Germanisch-deutsche Sprachgeschichte im Überblick. Tübingen: Metzler.
Rechtschreibreform:
- Ickler, Theodor (2006): Falsch ist richtig. Ein Leitfaden durch die Abgründe der Schlechtschreibreform. München: Droemer.
- Langhans, Jürgen (2000): Wir schreiben für die, die lesen. Kritisch-satirischer Aufsatz zur Rechtschreibreform.
- Ludwig, Claudia / Pfeiffer, Karin (2005): Der große "Blöff". Neue deutsche Rechtschreibung: einfach unlernbar. Düren: Stolz.
- www.sprachforschung.org

Alter Ankündigungstext zu "Genus - grammatisches Geschlecht":
Genus ist vermutlich die faszinierendste aller morphologischen Kategorien - mit Auswirkungen in der Syntax. Im Deutschen kennen wir Maskulinum, Femininum, Neutrum, aber die Sprachen der Welt weisen eine Fülle weiterer Systeme auf.
Das Standardwerk zum Thema ist Corbett, Greville: Gender. Wir gehen jedoch weit über dieses Buch hinaus, unter anderem durch:
- mehr Sprachen aus Europa, Afrika und anderen Kontinenten
- besseren grammatiktheoretischen Hintergrund
- stärkere Einbeziehung der Diachronie
- zur Würze ein Stück Bezug zu Politik und Gesellschaft
Praktisch: Es gibt ein 18 Seiten umfassendes Skript.
Das Seminar ist auch für die erste Studienhälfte interessant.

Alter Ankündigungstext zu "Einführung in das Armenische":
Die armenische Sprache ist als eigener Zweig der indogermanischen Sprachfamilie - jedoch mit starkem iranischen Einfluß - ein interessantes, von vielen Seiten zu beleuchtendes Gebiet. Der Schwerpunkt dieses Kurses wird auf Altarmenisch (Klassisch-Armenisch) liegen; wer sich jedoch für Neuarmenisch interessiert, sollte unbedingt ebenfalls kommen: Denn alle Formen von Armenisch sind sich so ähnlich, daß nach dem Einarbeiten in eine Variante die Tür zu allen offensteht.
Am Ende des Semesters werden Teilnehmer in der Lage sein, leichte Texte zu übersetzen. Wir machen uns ein spannendes Semester!

Alter Ankündigungstext zu "Einführung in das Georgische":
Das Georgische ist - wie das Armenische - nicht iranisch, hat aber durch Lehnwörter iranischer Herkunft eine Prägung erfahren. In dieser Lehrveranstaltung werden die Grundlagen der Sprache vermittelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem heutigen Georgischen. Es werden Phonetik und Schrift sowie Teile der Grammatik und des Wortschatzes behandelt. Am Ende des Semesters wird man kurze leichte Texte übersetzen können und einen Einblick in die Sprache gewonnen haben.

Alter Ankündigungstext zu "Einführung in das Buruschaski":
Das Buruschaski, gesprochen nahe dem Karakorum-Gebirge, ist eine der mysteriösesten Sprachen Asiens. Bis heute gibt es keine Klarheit über die Herkunft der Sprache und ihrer Sprecher, von denen viele auffällig europäisch aussehen. Sprachen, bei denen bislang keine Verwandtschaft zu einer anderen Sprache oder Sprachfamilie nachgewiesen konnte, wie z. B. auch das Baskische, nennt man language isolates. Das Buruschaski ist der einzige language isolate der islamischen Welt. In dieser Lehrveranstaltung wird der Einstieg in die Sprache vermittelt.

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